Das Landestheater Linz und das Bruckner Orchester Linz trauern um Gerd Grochowski.

Mittwoch, 18. Januar 2017

Der deutsche Bassbariton Gerd Grochowski, der als Wotan in Richard Wagners Opernzyklus Der Ring des Nibelungen im Musiktheater von 2013 bis 2015 für Furore sorgte, verstarb überraschend am 16. Jänner 2017.

„Mit Gerd Grochowski verlieren wir einen wunderbaren Menschen und großartigen Sänger, der über eine brillante Technik verfügte, die es ihm ermöglichte nicht nur im schweren Wagner-Fach, sondern auch bei Bachs h-moll-Messe zu bestehen. Spät hatte er sich entschlossen, doch noch auf eine Solisten-Karriere zu setzen und hatte damit durchschlagenden Erfolg, denn er hat von der New Yorker MET über die Staatsoper Berlin bis zur Mailänder Scala an allen großen Häusern gesungen.
In Linz hatten wir die Chance, für ihn bahnbrechende Partien zu erarbeiten und aufzuführen: Hier sang er mit dem Bruckner Orchester seinen ersten konzertanten „Ring des Nibelungen“ (2004 -2007), d.h. die beiden Wotane und den Wanderer, und dann diese Partien in seinem ersten szenischen „Ring“ im neuen Linzer Musiktheater (2013-2015); ein Erfolg, der ihn im vergangenen Sommer zum ersten Mal zu den Bayreuther Festspielen führte.

Wir verlieren einen großen Künstler und Freund, der mit seinem warmen Timbre und seinem stets freundlichen und ausgeglichenen Wesen eine echte Bereicherung für alle war, die das Glück hatten, mit ihm gemeinsam auf der Bühne stehen zu dürfen.“

GMD Dennis Russell Davies
für das Landestheater Linz und das Bruckner Orchester

Für seine Darbietung des Wotan im Linzer Ringzyklus (2013 – 2015) in der Inszenierung von Uwe Eric Laufenberg wurde Gerd Grochowski von Presse und Publikum gefeiert. Laufenberg, Intendant des Staatstheaters Wiesbaden, hatte ihm auch für die Neuauflage seiner Ring-Interpretation in Wiesbaden die tragende Partie des Wotan anvertraut. Erst vergangenen Sonntag fand im Staatstheater Wiesbaden die Walküre-Premiere statt. Einen Tag nach der Premiere ist der Bassbariton in einer Mainzer Klinik verstorben.

Foto: Gerd Grochowski als Wotan in Rheingold © Karl und Monika Forster

ÜBERRUMPELT UND BESTÜRZT

Dienstag, 3. Januar 2017

Peter Lewys Preston spielt Rachmaninow in Préludes (ab 20. Jänner im Musiktheater) Foto: Christoph Bauer

Peter Lewys Preston ist seit Anfang dieser Saison fixes Mitglied des Musicalensembles Linz. Er übernimmt in Préludes die Rolle des Rachmaninow. Neben dem, was ein Musicaldarsteller üblicherweise beherrscht – Singen, Tanzen, Spielen –, ist Peter auch ein guter Pianist. Er wird in Préludes nicht nur Dave Malloys Originalmusik, sondern auch eine Menge Rachmaninow spielen.
Préludes feiert am 20. Jänner 2017 im Musiktheater Premiere - eine europäische Erstauffühung!

„Es herrscht ein strukturelles Unvermögen der Politik“

Dienstag, 20. Dezember 2016

Der Pionier der österreichischen Politikwissenschaft Anton Pelinka betrachtet die politische Gegenwart in historischen Zeithorizonten. Ein über mehrere Generationen hinausweisender Blick eröffne keinen Anlass zu Pessimismus, denn Europa habe bereits viel erreicht, so der Experte. Silvana Steinbacher hat mit Anton Pelinka gesprochen.

Don Giovanni kehrt zurück!

Martin Achrainer: ab dem 21. Jänner 2017 als Don Giovanni zu erleben!

Der ewige Verführer, der Genuss-Süchtige: Don Giovanni ist die Figur der Operngeschichte mit dem unbestritten größten Sex-Appeal. Im Jänner 2017 kehrt Mozarts rastloser Liebhaber nach Linz zurück und wird die Bühne des Musiktheaters nach der Oper Salome erneut zu einem erotischen Ort machen. Publikumsliebling Martin Achrainer war in dieser Traumrolle für jeden Bariton bereits 2008 im Landestheater an der Promenade zu sehen, nun steht er als Don Giovanni erneut auf der Bühne und gibt Einblick in seine eigene Faszination rund um die „Oper aller Opern“ (E.T.A. Hoffmann).

DREI FRAGEZEICHEN

Dienstag, 13. Dezember 2016

Das Tanzensemble des Landestheaters Linz probt zurzeit intensiv für die Wiederaufnahme des Ballettklassikers Der Nussknacker am 16. Dezember. Seit über 120 Jahren gehört die Erzählung von dem Nussknacker, der mit der Hilfe des Mädchens Klara und einem Heer von Zinnsoldaten den Mäusekönig besiegt, zu den beliebtesten Ballettstücken des klassischen Repertoires.

Wiederaufnahme DER NUSSKNACKER | Fr, 16. Dezember, 19.30 Uhr

Großer Saal Musiktheater




Wir haben den Tänzern des Tanzensembles drei persönliche Fragen gestellt: 

Der MILLIONSTE BESUCHER WURDE GEEHRT

Freitag, 25. November 2016

Grund zur Freude gab es nach der Vorstellung von IN 80 TAGEN UM DIE WELT am Donnerstag den 24. November 2016.

Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer gratulierte im Anschluss an die Vorstellung des Musicals IN 80 TAGEN UM DIE WELT Herrn Karl Rittberger als ein Millionsten Besucher des Musiktheaters und betonte in seiner Ansprache: „Wenn wir den ein Millionsten Besucher ehren, so ehren wir unser Publikum. Das beste Publikum, dass es auf der Welt gibt.“ Als Dankeschön wurden dem 1.000.000sten Besucher vier Abos nach Wahl in Form eines überdimensionierten goldenen Abo-Ausweises übergeben.

Des Weiteren überreichte Vorstandsdirektor Uwe Schmitz-Gielsdorf Herrn und Frau Rittberger einen der markanten Hasen aus der Eröffnungsproduktion DIE SPUREN DER VERIRRTEN von Philip Glass, der wohl jedem Besucher dieser Oper in Erinnerung sein wird. „So einen Hasen gibt es nur einmal und nur für den ein Millionsten Besucher“ so Schmitz-Gielsdorf.

HEIMATABEND - REIHE IN SIEBEN TEILEN

Mittwoch, 16. November 2016

Gespräche und Musik aus und über Oberösterreich

AUS DEM BEWEGTEN LEBEN DES WORTES HEIMAT   
 

Kaum ein Wort ist so befrachtet, ideologisiert, verkitscht, missbraucht, aber auch abgelehnt, verhöhnt, verpönt worden wie dieses: Heimat. Für Viele auch in Österreich noch vor wenigen Jahren unaussprechlich, in der Nachbarschaft zu anderen kontaminierten Begriffen, schien dieses Wort vor allem rückwärtsgewandte Sehnsüchte, Provinz und Rückzug vor der Welt oder Schlimmeres zu meinen. Die populäre Subkultur, die sich – ob berechtigt oder nicht – mit dem Beiwort Heimat schmückte, wurde von ernsthaften Kulturbeobachtern, wenn überhaupt, nur mit spitzen Fingern angefasst. Aus der „Heimat“ schien es modrig zu riechen – sicher auch, weil sie ein Lieblingswort des sogenannten Dritten Reiches war. Wer zeigen wollte, dass er die Lektion gelernt hatte, der mied seine Verwendung. Doch das hat sich geändert.

Wie das Theaterstück "NIEMAND" das Licht der Bühnenwelt erblickte

Samstag, 29. Oktober 2016

Vor 92 Jahren verfasste ein 23-jähriger Mann ein Theaterstück. Ein Typoskript ist aufgetaucht, 95 maschinengeschriebene Seiten, gelocht und geklammert, mit dem Untertitel „Tragödie in sieben Bildern“ und dem Copyright-Vermerk „1924 by Verlag, Die Schmiede“. Das Theaterstück heißt Niemand und ist das Frühwerk von einem der meistgespielten Dramatiker des zwanzigsten Jahrhunderts, Ödön von Horváth (1901-1938) aus dem Jahr 1924.

Wo war das Stück zwischen 1924 und 2016?
Bekannt ist eine betrügerische Verlagspleite, verschuldet von zwei zwielichtigen Verlegern, namens Julius Salter und Fritz Wurm. „Friede seiner Pleite“, kommentierte Kurt Tucholsky 1929, der anschließend die gesamte Literaturbranche vor den Beiden warnte. Horváths Niemand, sein drittes Theaterstück nach Das Buch der Tänze (1922) und Mord in der Mohrengasse (1923) trat sodann eine unbekannte Reise an.
Nirgends im Gesamtwerk Ödön von Horváths gab es eine Erwähnung, einen Hinweis, eine Szene oder gar einen ersten Entwurf des Theaterstücks. Einzig in der 1980 erschienenen Horváth-Biographie „Kind seiner Zeit“ von Traugott Krischke, erinnert sich Lajos von Horváth, Ödöns jüngerer Bruder an ein in expressionistischer  Manier geschriebenes Stück in einem blauen Umschlag mit dem Titel Niemand.
Erst Mitte der Neunzigerjahre geisterte Niemand bei einer Auktion in Pforzheim, am Nordrand des Schwarzwaldes herum. Der einzige Bieter erwarb es. Vermutlich ahnte Jener nicht, was er in seinen Händen hielt, wenn man den Schätzpreis von 8000 Euro hört, und wirft das Werk im März 2015, wieder auf den Markt. Diesmal wird es im Auktionshaus J.A. Stargardt in Berlin erkannt und die Wienbibliothek ersteigert am 24. März das bisher unpublizierte Stück um 11.000 Euro. Ein „Schnäppchen“ könnte man sagen.
Einem Bericht aus der Presse konnte man entnehmen, dass am 22. September 2015 das Typoskript in der Wienbibliothek im Rathaus für kurze Zeit zu sehen war. Nun verwaltet der Wiener Theaterverlag Sessler die Verwertungsrechte. Die Einnahmen aus Aufführungen werden in die Wienbibliothek zurückfließen.

Uraufführung und zweite Inszenierung
Enormes Interesse an der Uraufführung zeigten nicht nur österreichische Bühnen, es gab auch internationale Anfragen. Am 1. September 2016 fand die Uraufführung im „Theater in der Josefstadt“ in Wien statt. Als zweites Theater kommt es nun am 3. Dezember 2016 in den Linzer Kammerspielen heraus.

NIEMAND
Tragödie in 7 Bildern 
von Ödön von Horváth
Premiere 3. Dezember 2016 | Kammerspiele

Termine & Tickets

„Da bekomme ich eine rebellische Sehnsucht nach etwas Altmodischem.“

Mittwoch, 26. Oktober 2016

Der Wiener Philosoph Robert Pfaller demonstriert in seinen Büchern, wie unterhaltsam philosophisches Denken sein kann. Unter anderem untersuchte er, wie sehr wir die Welt der Träume, Wünsche und Illusionen für unser Alltagsleben benötigen. Andere, „neue“ Welten sind dem Philosophen also durchaus nicht fern. Silvana Steinbacher hat mit Robert Pfaller gesprochen.

BAUVERZÖGERUNG BEI DER SANIERUNG DES SCHAUSPIELHAUSES

Donnerstag, 13. Oktober 2016

Ziel: besser sehen, besser hören, besser sitzen
Die Sanierung von Zuschauerraum und Foyers des Schauspielhauses an der Promenade hat am 2. Mai 2016 begonnen. Der Kostenrahmen ist mit 8 Mio. Euro auf Preisbasis Juni 2014 festgesetzt. Die Eröffnung mit der Produktion DER STURM wurde für 6. Jänner 2017 geplant. Die Proben dafür sollten am 19. Dezember 2016 beginnen. Ziel der Sanierung der Zuschauerbereiche ist, dass das Publikum im traditionsreichen, als Denkmal geschützten Haus des Landestheater an der Promenade in Zukunft besser sieht, besser hört und besser sitzt. Auch die heutigen Anforderungen an Barrierefreiheit, Brandschutz und Klimatisierung werden im Rahmen der Sanierung erfüllt.

Unvorhersehbare bauliche und statische Gegebenheiten verzögern um 6 bis 10 Wochen
Die Sanierung eines historischen Gebäudes, das in seiner mehr als 200-jährigen Geschichte mehrere bauliche Veränderungen erfahren hat, stellt eine besondere Herausforderung dar. Obwohl vor Beginn der Sanierung bereits Wände und Decken stellenweise geöffnet wurden, um Voruntersuchungen zu machen und Überraschungen so weit als möglich auszuschließen, zeigte sich im Zuge der Abbruch- und Errichtungsarbeiten eine Vielzahl von unvorhersehbaren baulichen und statischen Gegebenheiten. Diese führen in Summe dazu, dass sich die Sanierung 6 bis 10 Wochen verzögert.

Nicht vorhersehbare, in keinem Plan verzeichnete Besonderheiten überraschten vom Dachgeschoss über drei Geschosse bis in den Keller:
  • Im Dachgeschoss beispielsweise trat zutage, dass tragende Balken, sogenannte Hauptpfetten, sichunzulässig durchbogen.
  • Der barocke Dachstuhl lag einbetoniert auf einer Betondecke auf, die abgebrochen werden musste.
  • Ein für eine neue Stahlkonstruktion eingeplanter Zwischenraum war in der Vergangenheit mit altem Bauschutt gefüllt worden.
  • Im Keller stießen die Arbeiter unerwartet auf einen mächtigen Stahlbetonrost, der eine erforderliche Ausschachtung, eine sogenannte Künette, behinderte.

Umplanung der Klimaanlage

Die Kältemaschinen waren ursprünglich im Dachbereich eingeplant, um die Redoutensäle mitzuversorgen. Brummende, hörbare Störgeräusche durch Vibrationen der Kältemaschinen wären bei bestimmten Betriebszuständen aber nicht auszuschließen gewesen. Daher wurden sie zugunsten einer nachhaltig höheren Nutzungsqualität (garantiert keine brummenden Störgeräusche in Zuschauerraum und Foyers) in den Keller verlegt. Diese Umplanung wurde März bis April 2016 erledigt. Die neue Leitungsführung stieß aber in der Ausführung auf erhebliche statische Probleme und musste mehrmals abgeändert werden. Das hatte Auswirkungen auf alle anderen Arbeiten.

Der Umbau des über 200 Jahre alten Theatergebäudes forderte also noch nach Beginn der Baumaßnahmen immer wieder neue Lösungen für unerwartete Probleme.

Mehrkosten zwischen 5 und 15 Prozent

Die unumgänglichen Mehrleistungen und die Verlängerung der Sanierung werden voraussichtlich zu Mehrkosten zwischen 5 und 15 Prozent führen. Gleichzeitig wird alles daran gesetzt, die Mehrkosten niedrig zu halten und die Sanierung ehest fertigzustellen. Die geforderte Qualität der gestalterischen Maßnahmen, etwa die Restaurierung der historischen goldenen Decke des Zuschauerraums, erfordert ebenfalls noch mehr Zeit.

Premieren sollen durch Umplanungen ermöglicht werden
Voraussichtlich sind die beiden ersten Schauspielhaus-Premieren, nämlich DER STURM und DAS GOLDENE VLIES, von der Verzögerung betroffen. Die Theaterleitung will die Premieren durch zeitliche und räumliche Umplanungen dennoch ermöglichen, um das Publikum nicht zu enttäuschen.

Kartenservice
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